Ungarn nach der Wahl 2026

Was bedeutet der Regierungswechsel für Auswanderer?

Die Parlamentswahl vom 12. April 2026 markiert einen historischen Einschnitt: Péter Magyar und seine TISZA-Partei haben mit einer Zweidrittelmehrheit (138 von 199 Mandaten) die Wahl gewonnen.¹ Viktor Orbán räumte seine Niederlage noch am Wahlabend ein.² Nach 16 Jahren endet damit eine politische Ära.

Bei vielen deutschen Auswanderungsinteressierten wirft dieser Machtwechsel Fragen auf: Bleibt Ungarn ein attraktives Ziel? Ändern sich die steuerlichen Rahmenbedingungen? Was passiert mit der Migrationspolitik?

Dieser Beitrag gibt einen faktenbasierten Überblick über die aktuelle Lage nach bestem Wissen.

 

Politische Lage nach der Wahl

Mit der Zweidrittelmehrheit verfügt die neue Regierung über weitreichende Gestaltungsmöglichkeiten – einschließlich der Möglichkeit zu Verfassungsänderungen.³ Magyar hat angekündigt, Ungarn wieder zu einem „normalen, respektierten Land” in Europa zu machen und die Beziehungen zur EU deutlich zu verbessern.⁴

Ungarn ist und bleibt ein stabiler Mitgliedstaat der Europäischen Union mit funktionierenden institutionellen Rahmenbedingungen.

Für Auswanderer bedeutet das: Eigentumsrechte, wirtschaftliche Grundordnung und die Freizügigkeit für EU-Bürger sind durch die EU-Mitgliedschaft abgesichert und nicht von einzelnen Regierungswechseln abhängig.

 

Steuersystem

Das ungarische Steuersystem zählt zu den wettbewerbsfähigsten in Europa:

Steuerart

Satz

Einordnung

Einkommensteuer (Flat Tax)

15 %

Einer der niedrigsten Sätze in der EU5

Körperschaftsteuer

9 %

Der niedrigste Satz in der EU

Unserer Beurteilung nach ist diese Struktur Teil einer langfristigen wirtschaftspolitischen Strategie zur Förderung von Investitionen und Standortattraktivität.

Einordnung nach der Wahl: Péter Magyar hat im Wahlkampf keine Erhöhung der Einkommen- oder Körperschaftsteuer angekündigt.9 Sein wirtschaftspolitischer Fokus liegt auf der Bekämpfung von Korruption und der Freigabe eingefrorener EU-Mittel. Kurzfristige drastische Änderungen am Steuersystem sind daher nicht zu erwarten.9

 

Migrationspolitik

Die Migrationspolitik bleibt auch unter der neuen Regierung ein zentrales Thema. Magyar hat bereits im Wahlkampf klargestellt, dass er die restriktive Migrationspolitik9 Orbans fortführen und die Grenzanlagen im Süden Ungarns beibehalten will.⁴

Er plädiert dabei für eine gesamteuropäische Lösung und verspricht, das Thema nicht für Propaganda gegen die EU zu missbrauchen.⁴ Eine deutliche Liberalisierung der Migrationspolitik ist nicht absehbar.

Für Auswanderer bedeutet das: Die konservative Grundausrichtung in der Migrationsfrage bleibt bestehen – unabhängig vom Regierungswechsel.

 

EU-Mitgliedschaft und rechtliche Sicherheit

Ungarn ist seit 2004 Mitglied der Europäischen Union. Für EU-Bürger – einschließlich deutscher Staatsangehöriger – ergeben sich daraus verbindliche Rechte:

  • Freizügigkeit: Das Recht, sich in jedem EU-Mitgliedstaat niederzulassen und dort zu arbeiten
  • Eigentumsrechte: EU-Bürger können in Ungarn Immobilien erwerben – ohne Sondergenehmigungen oder Einschränkungen
  • Rechtssicherheit: Verbraucherschutz, Vertragsrecht und Grundrechte nach EU-Standards

Die neue Regierung unter Magyar strebt explizit eine Verbesserung der Beziehungen zur EU an.⁴ Ein zentrales Ziel ist die Freigabe der eingefrorenen EU-Mittel in Höhe von rund 17 Milliarden Euro, die wegen Rechtsstaatlichkeitsbedenken unter Orbán blockiert waren.7 Es ist also davon auszugehen, dass Magyar eine umfassende EU-Rechtskonformität Ungarns wieder herstellen wird. Magyar hat zudem angekündigt, dass Ungarn der Europäischen Staatsanwaltschaft beitreten wird.⁴

 

Fazit für deutsche Auswanderer

Der Regierungswechsel in Ungarn bringt politische Veränderungen – jedoch innerhalb eines stabilen Systems.

Was unserer Meinung nach stabil bleibt:

  • EU-Mitgliedschaft und damit verbundene Rechte für EU-Bürger
  • Wettbewerbsfähiges Steuersystem (15 % ESt, 9 % KSt)5 6
  • Restriktive Migrationspolitik⁴
  • Grundlegende wirtschaftliche Rahmenbedingungen8

Was sich entwickeln kann:

  • Verbesserte Beziehungen zur EU⁴
  • Stärkere Korruptionsbekämpfung⁴
  • Einzelne Maßnahmen in bestimmten Politikbereichen

Grundsätzlich gilt: Eine Auswanderungsentscheidung sollte auf langfristigen Faktoren und der persönlichen Situation basieren – nicht auf kurzfristigen politischen Ereignissen.

 

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Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine steuerliche, rechtliche oder politische Beratung dar. Alle Angaben ohne Gewähr. Stand: April 2026.

Quellenverzeichnis

¹ Deutsche Welle: „Machtwechsel in Ungarn: Magyar erringt Zweidrittelmehrheit” (13.04.2026)
https://www.dw.com/de/ungarn-viktor-orban-peter-magyar-parlamentswahl-eu-zweidrittelmehrheit/a-76758689

² Deutsche Welle: „Machtwechsel in Ungarn: Magyar erringt Zweidrittelmehrheit” (13.04.2026) – Orbáns Eingeständnis der Niederlage
https://www.dw.com/de/ungarn-viktor-orban-peter-magyar-parlamentswahl-eu-zweidrittelmehrheit/a-76758689

³ News.at: „Ungarn nach Orbán: Was der Machtwechsel für Regierung, EU und Wirtschaft bedeutet” (13.04.2026)
https://www.news.at/politik/ungarn-wahl-2026-magyar-plaene

⁴ Deutsche Welle: „Nach Viktor Orbans Wahlniederlage: Was plant Peter Magyar?” (14.04.2026)
https://www.dw.com/de/nach-viktor-orbans-wahlniederlage-was-plant-ungarns-kuenftiger-premier-peter-magyar/a-76773044

5 Trading Economics: „Hungary Personal Income Tax Rate”
https://tradingeconomics.com/hungary/personal-income-tax-rate

6 Trading Economics: „Hungary Corporate Tax Rate”
https://tradingeconomics.com/hungary/corporate-tax-rate

7 News.at: „Ungarn nach Orbán” – Hinweis auf ca. 17 Mrd. Euro eingefrorene EU-Mittel
https://www.news.at/politik/ungarn-wahl-2026-magyar-plaene

8 Internationaler Währungsfonds (IMF): „Hungary – Country Data”
https://www.imf.org/en/Countries/HUN

9Offizielles Wahlprogramm der TISZA-Partei:

https://magyartisza.hu/program

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